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Wort zum Tag

anstoss gemeinschaft

Dienstag, 23. Januar 2018

Paulus schreibt: Von euch aus ist erschollen das Wort des Herrn nicht allein in Makedonien und Achaia, sondern an allen Orten hat sich euer Glaube an Gott ausgebreitet, sodass es nicht nötig ist, dass wir darüber etwas sagen. 2.Thessalonicher 2,8

Was Paulus hier macht, nennt man in der antiken Rhetorik eine captatio benevolentiae. Der höffliche Briefschreiber wendet sich an seine Adressaten mit einem Kompliment. Da Paulus seinen Gemeinden hin und wieder den Kopf wäscht, lässt diese überaus freundliche Einleitung darauf schließen, dass er mit Thessaloniki zufrieden war. Dafür sorge ihr guter Ruf in der ganzen Region, meint er. Paulus muss sie nicht weiter rühmen. Das Zeugnis spricht für sich. Ist es nötig, mehr darüber zu sagen?

Ich stolpere über die Formulierung «euer Glaube hat sich ausgebreitet». Die Zürcher Bibel übersetzt (und interpretiert) vorsichtiger: «Überall hat sich die Kunde von eurem Glauben an Gott verbreitet.» Mir gefällt die wörtliche Übersetzung besser. Der «Glaube» einer Gruppe verbreitet sich, ist ansteckend, breitet sich aus und bewirkt etwas. Dabei geht es nicht «nur» um Information. Die Mitteilung, dass Menschen an Gott glauben, verändert die Welt, ist auch Transformation. Die Ausbreitung von Vertrauen ist wie eine sanfte Macht, eine Bewegung ohne Gewalt und entsprechend gefährdet. Zum Beispiel durch üble Nachrede, Missgunst oder Angst. Manchmal ist das Zeugnis der Skeptiker, knallharten Realisten und bitteren Nörgler so laut, dass die Stimme des Vertrauens untergeht. Umso wichtiger ist es, dem Glauben etwas zuzutrauen. Es heißt irgendwo, er könne Berge versetzen oder sich in der ganzen Welt ausbreiten, Paulus ahnte es.

(bt)

 

 

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