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Wort zum Tag

anstoss N trauer 01

Montag, 18. Februar 2019

Gott verletzt und verbindet; er zerschlägt, und seine Hand heilt. Hiob 5,78

Wie grausam kann mancher Trost sein!
Ein Freund ist da und will trösten. Aber wie ginge es mir, wenn er sagte: Dein Schmerz und dein Leid sind Gottes Wille?

Das Buch Hiob führt hier vor, wie begrenzt Trost in Worten ein kann. Je mehr Elifas, der Freund, den Sinn im Leiden Hiobs sucht und trösten will, desto weniger erreicht er ihn. Je mehr er redet, desto mehr nimmt er ihm den Atem. Hiob leidet, und der Freund hält Vorträge über das Leiden. Hiob ist von Gram gebeugt, und Elifas errichtet Systeme und Theorien über den Gram, über den Schmerz.

Die tröstend und aufrichtend gemeinten Worte werden Hiob zur Qual. Mehr: Sie bringen ihn in Harnisch, er zieht es vor, sich an und gegen Gott zu wenden.

Das Buch Hiob hält mir vor Augen, dass es nicht nur ein Ausweinen braucht im Leiden, sondern auch ein « Auszweifeln», wenn grausam Lebenschancen genommen werden. Und dass es Menschen braucht, die begleiten und das aushalten.

Am Ende heißt es aus dem Munde Gottes: Elifas hat nicht die Wahrheit gesagt (42,7).



(bt)


 

 

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