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Wort zum Tag

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Montag, 22. März 2021
Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. Psalm 34,7

Psalm 34 ist ein Danklied in der Tradition der Weisheit, ein sogenanntes Akrostichon, das Vers für Vers in alphabetischer Reihenfolge grundlegende Erfahrungen des Gottvertrauens in Lehrsätze fasst. Unser Vers ist im hebräischen Alphabet das Zajin. Das Wort «Elend» bedeutet in der Fremde oder nicht ganz bei sich selbst sein. Es ist eine Beschreibung der Not, in der sich einer befindet. Aber dieser elende Mensch,
von dem der Psalm handelt, ist noch in der Lage zu rufen.
Darum geht es. Die Losung ist im Neuen Testament noch knapper gefasst: «Bittet, so wird euch gegeben.» (Mathäus 7,7). Jesus steht in der Tradition dieses Gottvertrauens, das der bodenlosen Verzweiflung widersteht. Das Gottvertrauen bildet das Zentrum des Psalms. Später heißt es beim Buchstaben Qoph: «Gott ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.» (Psalm 34,19). Ist es denn wahr?
Ich lese heute in der Zeitung, das Emil Roosen gestorben ist.
Er wuchs als Jude orthodox auf, versuchte vor den Nazis zu fliehen und landete im KZ Bergen-Belsen. Selbst in Lagerhaft befolgte Emil Roosen die strengen religiösen Regeln – hinter dem Rücken der SS-Schergen. Er wurde 94Jahre alt - einer der letzten Überlebenden von Bergen-Belsen. Roosen erzählt, wie es war im Elend, wie sie unter widrigsten Umständen beteten, Pessach und Jom Kippur feierten. Sie hatten die Psalmen im Herz. Gewiss auch diesen Satz beim Buchstaben Rosch: «Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm Gott.» (Psalm 34,20)


(bt) 



 


 

 
 


 
 


 

 
 

 
 


 

 
 

 

 

  




 

 

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