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Wort zum Tag

anstoss N demut

Donnerstag, 1. Oktober 2020
Doch du hast dir meine Worte zu Herzen genommen und dich meiner Macht gebeugt. Darum will ich dein Gebet erhören, spricht der HERR. 2. Chronik 34,27

Demütig sein. Sich nicht zu wichtig nehmen, lachen können über sich selbst. Sich wichtig genug nehmen und nie über andere lachen. Die eigene Grenze des Denkens und Wahrnehmens akzeptieren und damit entsprechend umgehen.
Ich bin eine weiße Europäerin. Ich bin mit dem Privileg aufgewachsen, nicht täglich Angst um mein Leben oder das Leben meiner Familie und meiner Freunde haben zu müssen. Mit dem Privileg, mich nicht mit Rassismus auseinandersetzen zu müssen, es sei denn, ich will es. Mit dem Privileg, mich ohne Sorgen über Vorurteile auf Wohnungen und Stellen zu bewerben. Nie wurde mir die Frage gestellt: Aus welchem Land stammst du? Nie wurde mir bewundernd gesagt: Du sprichst aber gut Deutsch.

Sich demütig zu zeigen, heißt nicht, sich gedankenlos zu unterwerfen. Es heißt nicht, Gott als allmächtigen Herrscher anzubeten. Es kann heißen, den eigenen Wohlstand nicht als selbstverständlich zu nehmen. Es kann heißen, sich immer wieder zu hinterfragen. Es kann heißen, mein Herz weich werden und es spüren zu lassen, 
was um mich herum ist. Mich zu öffnen für mehr als das Bekannte und Naheliegende. Ob es mir gelingt oder nicht: Gott hört zu. Er hört das Summen und Suchen und Ankommen meines Herzens.

 
(bt)


 

 

  




 

 

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