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Transparenz und Mitbestimmung sind kein Allheilmittel auf dem Weg zu einer wahren Kirchenerneuerung, diese setzt vielmehr den „Dialog mit Gott“ voraus. St. Pölten, 3. Juni 2010 Darauf hat der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng in einem Interview mit dem Wochenblatt „News“ hingewiesen. Zur Situation der katholischen Kirche in Österreich nach den zutage getretenen Missbrauchsfällen sagte Küng, diese seien ein „Alarmzeichen, das nicht übersehen werden darf“. Und der Bischof weiter: „Aber ob das, was bis jetzt in Bewegung gekommen ist, schon Erneuerung bringt, bezweifle ich.“ Konkret sprach Küng den jüngsten Pfarrgemeinderäte-Kongress in Mariazell an. Zwar sei jede Anstrengung in Richtung Dialog positiv, allerdings gehe es bei Themen rund um Gott oder Gottesbeziehung „nicht bloß um eine Einigung oder einen Kompromiss, der auf demokratischem Weg angestrebt wird“. Zu einem solchen Dialog gehört nach Küngs Überzeugung „immer auch das Hinhören, das Hinhören auf Gott, auf die Kirche, aufeinander“. Den Dialog in Mariazell habe er „diesbezüglich zeitweise als einseitig erlebt“, resümierte Küng. Im Blick auf anstehende Bischofsernennungen in Österreich warnte Küng vor einer Überbewertung der Transparenz. Diese „bringt auch Probleme mit sich“. Die Kirche habe ihre Erfahrungen damit, „welche Nachteile entstehen, wenn bestimmte Gruppen oder Personen unbedingt kontrollieren wollen, wer Bischof wird“. (pm)
Freiburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Erzbischof Zollitsch Mainz, 3. Juni 2010 (kna) Die Staatsanwaltschaft Freiburg ermittelt gegen den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. Grund ist der Vorwurf der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Zollitsch habe, so der Vorwurf, als damals zuständiger Personalreferent der Erzdiözese 1987 die Anstellung eines Paters in einer Gemeinde am Bodensee veranlasst. Dabei sei bekannt gewesen, dass es durch den Mann schon früher zu sexuellen Übergriffen gekommen sei. Das berichtet das Magazin „Report Mainz“ am Mittwoch. Das Erzbistum nannte die Vorwürfe „sensationsheischend“. Anzeigenerstatter ist ein mutmaßliches Opfer, das in den 1960er Jahren von dem Pater missbraucht worden sein soll. Das Erzbistum steht nach eigenem Bekunden im Kontakt mit der Staatsanwaltschaft, um die Substanzlosigkeit der Vorwürfe gegen Zollitsch zu dokumentieren. Das Ordinariat habe bereits in den letzten Monaten deutlich gemacht, dass es nach Bekanntwerden eines Vorwurfs 2006 gegen den Pater rasch gehandelt, den Orden des Paters eingeschaltet und auf die zu ziehenden Konsequenzen hingewiesen habe. Erst 2006 sei bekannt gewesen, dass es in den 1960er Jahren zumindest einen Fall von sexuellem Missbrauch bei der Wallfahrts- und Klosterkirche Birnau gegeben habe. Zudem habe Zollitsch 1987 keinesfalls eine erneute Anstellung des Paters veranlasst, so das Erzbistum. Der heutige Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz habe also weder von den Vorwürfen aus den 1960er Jahren noch von einem erneuten Einsatz des Paters gewusst. Die Zisterzienserabtei Mehrerau, der der Pater offenbar angehört, untersteht ebenso wie die Wallfahrts- und Klosterkirche Birnau einem Abt. Eine solche Gebietsabtei gehört zu keinem Bistum und ist vom Ortsbischof unabhängig.
Weltmissionskonferenz in Edinburgh will Ökumene stärken Frankfurt a.M./Edinburgh, 2 Juni 2010 (epd). In Edinburgh begann an diesem Mittwoch die Hundertjahrfeier der ersten Weltmissionskonferenz. 1910 nahm in der schottischen Hauptstadt die moderne ökumenische Bewegung ihren Anfang. Die Jubiläumstagung 2010 steht unter dem Leitwort "Christus heute bezeugen" ("Witnessing to Christ today"). Mehr als 300 Teilnehmer aus den weltweiten Kirchen wollen über Neuausrichtung der christlichen Mission im 21. Jahrhundert beraten. Bislang gab es 13 Weltmissionskonferenzen, zuletzt 2005 in Athen.
An der aktuellen Konferenz beteiligen sich Orthodoxe, Anglikaner, Lutheraner, Reformierte, Methodisten, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, römische Katholiken, Evangelikale, Pfingstler und weitere unabhängige Freikirchen. Die Konferenz wurde vorbereitet von Kirchen, theologischen Einrichtungen und Missionswerken in aller Welt.
Im Mittelpunkt der Tagung steht nach Angaben der Veranstalter ein vor fünf Jahren angestoßener Studienprozess zu neun Themen der modernen Missionstheologie. Die Themen reichen von den Grundlagen christlicher Mission bis hin zum missionarischen Engagement heute. Dazu kommt der interreligiöse Dialog. Auch die Wechselbeziehungen zwischen Mission und Macht, Einheit der Kirchen sowie Spiritualität sollen thematisiert werden. Gastgeber der Konferenz ist die School of Divinity an der Universität von Edinburgh.
Neuer Besucherrekord bei der "Langen Nacht der Kirchen" In ganz Österreich wurden an die 350.000 BesucherInnen gezählt Wien, 1. Juni 2010 (epd Ö) Mehr als 3500 Veranstaltungen in 744 Kirchen zwischen Bodensee und Neusiedlersee zeichneten die "Lange Nacht der Kirchen" 2010 aus. Rund 350.000 Menschen - davon mehr als 130.000 alleine in Wien - haben am Freitagabend, 28. Mai, die "Lange Nacht der Kirchen" besucht, 2009 waren es 310.000. Die "Lange Nacht der Kirchen" - ein gemeinsames Projekt aller 14 christlichen Kirchen des Landes - war in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in allen österreichischen Diözesen veranstaltet worden. Auch in Tschechien standen an diesem Freitag mehr als 400 Kirchen bei der ersten landesweiten "Noc kostelu" offen.
Mit einer Rekordbeteiligung von 120 Kirchen, davon an die 40 in der Landeshauptstadt Graz und weiteren 80 in der restlichen Steiermark startete die Steiermark in die "Lange Nacht". Nach vorläufigem Stand sind etwa 44.000 Besucherinnen und Besucher dieser Einladung gefolgt. Insgesamt acht Konfessionen luden zu sich ein und präsentierten sich auf vielfältige Weise: mit liturgischen Feiern, Musik und Kunstführungen, in Gesprächen, mit Lesungen und spirituellen Wanderungen sowie mit kulinarischen Besonderheiten.
Lutheraner wollen sich mit Mennoniten versöhnen Stuttgart, 1. Juni 2010 (epd Ö) Für die jahrhundertelange Verfolgung der Mennoniten wollen die lutherischen Kirchen ihre Schuld eingestehen. Im 16. und 17. Jahrhundert hätten die Lutheraner bei der Verfolgung der einstigen Täuferbewegung "Blutschuld" auf sich genommen, sagte der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, am Dienstag, 25. Mai, in Stuttgart. Bei der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Stuttgart vom 20. bis 27. Juli wollen sich beide Kirchen in einem Gottesdienst versöhnen. Theologische Fragen seien abgestimmt worden. Zwischen Lutheranern und Mennoniten wäre das die erste offizielle Aussöhnung, sagte July. "De facto gibt es schon länger gute Beziehungen und Gespräche", sagte der Landesbischof. Nun werde dieses positive Verhältnis auch auf ein offizielles Fundament gestellt. Ebenfalls im Juli finde der Weltkongress der Mennoniten in Straßburg statt. Von dort werden Mennoniten-Vertreter erwartet, die an der feierlichen Versöhnungs-Zeremonie in Stuttgart teilnehmen. Die Mennoniten lehnen unter anderem die Taufe schon im Kindesalter sowie den Militärdienst ab.
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