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evang-judenburg.eu

Orientierungstexte zur Bibellese PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 06. März 2010 um 12:04 Uhr


Berufen und Beauftragt?

Amos 1,1-2.3,3-8

Die Angaben über den Propheten sind spärlich. Dennoch erfahren wir gleich zu Beginn, dass im Leben von Amos  eine große Wende eingetreten ist. Ein Schafhirte aus dem Dorf Thekoa, das sich von Maulbeerfeigenbäumen ernährt  (7,14), wird von Gott  beauftragt, vor der poltischen und religiösen Elite des Nordreiches  Gottes Gerichtsrede zu halten, in der die Sünde des Volkes und das Vergehen der Priester angemahnt werden. Die biographischen  Angaben werden in 7,14-16 im Wesentlichen wiederholt, jedoch wird an dieser Stelle der prophetische Auftrag begründet.

Die Berufungsgeschichte des Propheten zeigt, dass die Verkündigung des Wortes Gottes keine Aufgabe ist, die nur den professionellen  „Fachkräften“  vorbehalten  wird.  Amos kommt nach eigenen Angaben aus keiner Prophetenschule, verfügt also über keine Ausbildung, die ihn für diesen Dienst prädestinieren würde. Das Buch lernt uns aber auch, dass nicht jeder, der sich für einen von Gott Berufenen hält, von ihm tatsächlich beauftragt wurde. Die spannende Frage ist deshalb, wie  diese Balance erkannt wird und wie sie sich anhand der geistlichen Gaben prüfen lässt?

Amos ist jedenfalls von seiner Berufung überzeugt, deshalb reicht ihm als Einleitung für sein Wirken ein bloßer Hinweis: „Es sind die Worte des Amos…“. Unmittelbar danach folgt bereits die erste Gerichtsrede des Propheten. Wahrscheinlich wählt er als Ort für seine Verkündigung Betel, das 18 km nördlich vor Jerusalem liegt. Der Prophet selbst lebte bis zu seiner Berufung auf der südlichen Seite der Stadt, in einem Dorf, das etwa 12 km von ihr entfernt war. Das Heiligtum von Betel bestand bereits in der Zeit der Erzväter. Abraham hatte auf seiner Wanderung in Betel ein Zelt aufgestellt, das zur „Opferstätte für den Herrn“ wurde (1 Mose 12,8). Der  Name „Bethel“  wird in 1 Mose 28,18 erklärt:  Bethel = hebr. "beth-el" heißt "Haus Gottes", "Ort, wo Gott wohnt". Danach sind die Anstalten der Diakonie in Bielefeld sowie viele evangelische Gemeindehäuser benannt. Zur Zeit des Wirkens von Amos war Betel ein Ort des heidnischen Kultes. Hier stand der Tempel mit dem goldenen Kalb, von dem aus das religiöse Leben des Nordreiches wesentlich beeinflusst wurde. Am Reichsheiligtum in Betel wirkt der Oberpriester Amazja, der Amos wegen Aufruhrs beim König Jerobeam II anzeigt und des Landes verwies (Amos 7,10ff). Gegen ihn schleudert Amos ein Schelt- und Drohwort.

Für seine Reden verwendet Amos Bilder, die ihm aus seinem Leben als Hirte vertraut waren und von deren Wirkung er offenkundig überzeugt war. Die Kunst der Anpassung der Verkündigung an die bestehende Kultur und ihre Sprachform, ist eine wichtige  Herausforderung, die bis heute aktuell bleibt. Dem gegenüber steht die sog. „Sprache Kanaans“ (vgl.  Jesaja 19,18), eine Art des Redens,  die deutlich von der Alltagssprache abweicht und durch den Satzbau sowie das Vokabular dem gewöhnlichen Hörer fremd und unverständlich vorkommt. Auf diesem Hintergrund wird die Frage relevant, wie das Evangelium einem suchenden Menschen kurz und in verständlichen Worten erklärt werden kann. Dass Gott immer wieder Menschen auf unseren Weg stellt, die von ihm nichts wissen, ist eine Erfahrung, die uns fast alltäglich begegnet.

(3,3-8) In bildhafter Sprache weist der Prophet daraufhin, dass jedes Geschehen eine Ursache hat und durch bestimmte Zeichen angekündigt wird. Damit begründet er seinen Auftrag: das Wirken des Propheten geschieht nicht aus freien Stücken, sondern  im Namen Gottes und auf seinen Befehl hin.  Es ist deshalb notwendig, weil das Volk als Gottes Eigentum, sich von ihm abgewendet hat (3,1-2).  Auch hier gilt das Gesetz von Ursache und Wirkung: Die besondere Auserwählung bedeutet  besondere Pflichten.  Werden sie vernachlässigt,  muss das Volk mit Gottes Gericht rechnen. In Gal 6,7 erwähnt Paulus das Gesetz von Saat und Ernte. Dabei entscheiden wir uns grundsätzlich, ob wir in unserer eigenen Kraft und auf uns selbst bezogen leben, oder in der Abhängigkeit und Beziehung zum Heiligen Geist. Je nach dieser Entscheidung wird unsere Ernte ausfallen.

Kleiner Rest

Amos 3,1-2.9-15

Die Aufforderung, mit Gottes Gerichtsrede  die Herrschenden  Ägyptens und Assyriens vertraut zu machen,  hat wohl eine rhetorische Bedeutung. Sie führt vor Augen, dass beide Völker, die zu den mächtigsten der damaligen Zeit gehörten, Werkzeuge der Vernichtung in Gottes Hand  sein  können. Die Kraft und das Ausmaß der Bestrafung  illustriert  Amos mit den vertrauten Bildern  aus dem eigenem und aus dem Leben des Hirtenvolkes. Die Brutalität der Darstellung entspricht durchaus der Vorgangsweise der Assyrer, die durch den schonungslosen Umgang mit den besiegten Völkern berühmt waren. Die Rettung eines kleinen Tierteiles „aus dem Rachen eines Löwen“  ist eine Anspielung an die Bewahrung des „kleinen Restes“, von dem der Prophet 5,15 und 9,8 spricht und die auch von den späteren Propheten thematisiert wird. Das Anfassen der  Hörner am Altar im Tempel war eine asylschaffende Maßnahme für einen Täter, der im Falle eines unabsichtlichen Mordes auf der Flucht vor seinem Rächer war. Das was in Zeiten des Friedens durchaus  lebensschaffend  war, wird jedoch in Tagen, an denen Gott seinen Zorn zeigen wird, ohne Bedeutung sein. Die Sommer- und Winterresidenzen gelten in Augen des Propheten als überflüssiger Luxus, der Gottes Zorn auf sich zieht. Ahab, König von Israel (871-852)  zum Beispiel, hatte einen Sommerpalast in Jzreel,  Herodes der Große  (73-4) einen Winterpalast in Jericho.

Für die Leser der Evangelien, die von Jesus hören, dass sein Vater ein liebender und barmherziger Gott ist, sind solche Schriftstellen wie die unsere, keine leichte Kost. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass Gottes Offenbarung sich im historischen Kontext ereignet. Gott wirkt im Leben von konkreten Menschen und Völkern,  im bestimmten geschichtlichen Zusammenhang und hebt dadurch die kulturelle und individuelle Prägung zuerst nicht auf.  Keiner ist bereits am Start heilig, sondern erst im Dialog mit Gott und durch seine Weisungen unterwegs zu ihm hin. Dabei gibt es in Augen eines hebräischen Schreibers nur eine Alternative für das Böse: entweder siegt es oder es wird besiegt!  Diesem Denken entsprechend zieht ein Mensch, der böse Taten verübt, den sicheren Tod auf sich. Ähnliches gilt einem Volk: eines, das durch das Böse verdorben  ist, muss vernichtet werden um einem anderen Platz zu machen.  Zwar ist Gott ein barmherziger, der dem Menschen Zeit zur Umkehr lässt, doch am Ende der Verstockung wartet ein sicherer Tod, der durch Gottes Gericht zugefügt wird. Paulus entfaltet in Röm 9-11 diese biblische Wahrheit im Blick auf sein Volk Israel. Die schwierigen biblischen Stellen sollen nicht unseren Anstoß erregen, sondern ein Bemühen um das richtige Verständnis zur Folge haben.

Gott tut nichts Böses

geschieht auch ein Unglück in der Stadt,
und der HERR hätte es nicht bewirkt?

Amos 3,6

Scheint nicht diese Überschrift unserem Tagesspruch direkt zu widersprechen? Einmal heißt es, kein Unglück geschehe, ohne dass Gott es will und es ausführt, und dann steht da, er täte nichts Böses. Da hilft auch die Ausflucht nicht, Gott tue nichts Böses, er lasse es nur zu. Denn wenn er die oberste Gewalt hat, ist er auch für die Taten der bösen Menschen oder Mächte verantwortlich. Wenn ein Vater sieht, wie sein fünfjähriger Sohn Fensterscheiben einwirft, wer trägt dann die Verantwortung?
Bei Fragen dieser Art gibt es keine schnellen Lösungen, denn wir können all dies – auch in unserem persönlichen Leben – nur verstehen, wenn wir glauben, dass Gott mit allem gute Ziele verfolgt, dass alles Böse also nicht das Ende, das Ziel, sondern nur Mittel zum Zweck ist. Besonders als Betroffene fällt es uns schwer, das einzusehen, weil unser Horizont verdunkelt ist und wir das Licht dahinter nicht wahrnehmen können.
Gott anklagen zu dürfen, setzt die volle Einsicht in alle Zusammenhänge voraus, und die haben wir bei weitem nicht.
Durch Glauben »wissen« wir aber, dass Gott nur Gedanken des FriedeTodesns mit seinen Leuten hat, und dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten ausschlagen werden. Wer sich nicht demütig diesen Tatsachen stellen mag, zeigt, dass er Gott als Feind betrachtet, und die Bibel sagt, es sei schrecklich, in die Hände des allmächtigen Gottes zu fallen. Aber das muss ja nicht das letzte Wort sein. Jeder darf Gott durch Jesus Christus als Vater kennen lernen.

Gottesdienste ohne Gott

Amos 4, 1-13

Amos ist in seiner Wortwahl nicht gerade zimperlich. So spricht er die First Ladies der High-Society der Residenz als Basanskühe ( also Mastvieh ) auf Samarias Berg an. Diesen Sarkasmus finden wir auch an weiteren Stellen der heutigen Bibellese (V3-5). Baschan ist ein fruchtbares Land mit schönen Landschaften und vielen Viehweiden (4 Mose 21,33), zwischen dem Jordan und Gebirge Libanon. Der Vergleich zielt auf das luxuriöse Leben ab, das den Frauen aus der Herrschaftsschicht vorgeworfen wird und das sich mit den satten Kühen vergleichen lässt. Nun soll Gottes Gericht zuerst die „Liebhaberinnen“ des Luxus treffen.

Der Prophet übt seine Kritik weil die Frauen der Herrscher ein luxuriöses Leben geführt haben. Sie haben sich geweidet in Luxus wie die Kühe auf den Weiden in Basan. Diese Liebhaberin des Luxus sollten als erste bestraft werden. Die Bibel äußert sich an vielen Stellen zum Wie kommt Amos zu solch einer empörenden Ironie? Der Priester würde bei einem solchen Wallfahrtslied mit dem Schluß "So liebt Jahwe es" enden. Aber mit dieser Parodie: " so liebt ihr es," wird etwas Wesentliches deutlich: Es geht bei diesem Gottesdienst nicht um Gott!

Gott kommt in diesem Gottesdienst nicht vor! Trotz allen frommen Worten, trotz der feierlichen Zelebrierung der geheiligten, von den Vätern überkommenen und bewahrten Tradition: Der lebendige Gott kommt nicht vor! Es ist ein Gottesdienst, aus dem sich Gott längst verabschiedet hat, ein Gottesdienst, in dem die Menschen unter sich sind. Sie meinen zwar, damit Gott noch einen Gefallen zu tun, aber längst ist diese Veranstaltung zu einem Selbstbedienungsladen menschlicher Bedürfnisse und Beweihräucherung auf Gegenseitigkeit geworden. Diese Gottesdienste waren bestimmt sehr schön und harmonisch. Man fühlte sich wohl in ihnen. Es gab reichlich Raum für künstlerische Kreativität und Selbstentfaltung und zum 'Relaxen'. Neue Musik und Opfertechnik wurde ausprobiert. Harfenklang zu Brandopfer und Mastkalbopfer. Ein ganz toller kultureller Betrieb muss das gewesen sein. - Aber noch einmal: Gott kommt nicht darin vor! Und so muss Amos im Namen Gottes zu diesen Gottesdiensten Stellung beziehen:

Man sollte seine Regimenter zählen!

Mache dich bereit, deinem Gott zu begegnen!
Amos 4,12

Stellen Sie sich vor, ein kleines Kinderdreirad und ein ICE-Zug hätten unterschiedliche Ansichten über das Vorfahrtsrecht bei Bahnübergängen. Ich würde dem Dreirad empfehlen, auf vermeintliche Ansprüche zu verzichten, auch wenn ich mich dadurch in den Verdacht brächte, die Individualrechte zu unterdrücken und zur Duckmäuserei zu erziehen.
Da war der alte Mann wegen schwerer Atemnot ins Krankenhaus gekommen. Als ich ihn besuchte, ging es ihm schon besser. Ich erzählte ihm, wie gnädig Gott ist, dass er alle annimmt, die ihn um Vergebung bitten, weil sein Sohn, Jesus Christus, für unsere Sünden die Strafe getragen hat. Erst antwortete er gar nichts; dann sagte er sehr nachdrücklich: »Ich habe niemand Unrecht getan und mir immer Mühe gegeben, stets nach Recht und Gesetz zu handeln, und mit meinen Nachbarn habe ich immer in Frieden gelebt – außer mit einem, mit dem ging das einfach nicht. Das muss genügen!« Den letzten Satz sagte er in einem solchen Ton, dass ich wusste, er wollte damit das Thema beendet wissen.
Jetzt gibt es theoretisch zwei Möglichkeiten: Entweder muss sich Gott angesichts solcher Selbstgerechtigkeit geschlagen geben und diesem Menschen das Himmelstor auftun, oder es kommt zu einem Rechtsstreit zwischen diesem armen, alten Mann und dem Allmächtigen. Wie der ausgeht, steht in einem ähnlich krassen Verhältnis wie die Kollision zwischen dem Dreirad und dem ICE. Man sollte, wie die Redensart geht, »seine Regimenter zählen«, bevor man einen Krieg anfängt. Viel besser ist es natürlich, vorher um Frieden zu bitten, den es in dieser Sache allerdings nur zu Gottes Bedingungen gibt.

Eine Botschaft aus dem vorletzten Jahrhundert

So schicke dich an ... deinem Gott zu begegnen.
Amos 4,12

Auf einem Spaziergang in Saas Grund (Schweiz) wurden wir unerwartet mit folgendem Text konfrontiert: »Ach lieber Freund! Halt hier ein wenig still. / Hier fanden 19 Personen ihr Endes Ziel. / Um 11 Uhr in der Nacht / wurden ihre Seelen vor das strenge Gottes Gericht gebracht. / In diesem Haus sicher zu sein, das haben alle geglaubt. / Da hat der Tod durch die Lawine ihr Leben beraubt. / O Mensch sei allezeit bereit, denn niemand weiß die Stunde und Zeit, / wann Gott uns beruft zur Ewigkeit. Den 3. April 1849.«
Das Wetter war schön sonnig. Wir machten einen herrlichen Spaziergang. Und dann plötzlich ein solcher Text. Er rüttelt auf, und man kommt ins Nachdenken. Aber so etwas verdirbt doch die Stimmung! Ja, es mag keine so liebliche Botschaft sein, trotzdem kann sie auch für uns zur Realität werden; ganz plötzlich kann unser Leben zu Ende sein. Und die Frage ist, ob wir darauf vorbereitet sind.
Damals, an diesem 3. April 1849, erlebten die Menschen einen ganz gewöhnlichen Tag. Abends gingen sie ins Bett, um morgens wieder aufzustehen. Aber für sie gab es keinen Morgen mehr. Ob in der Zeitung oder in der Tagesschau: Ständig begegnen uns solche Nachrichten: ein Unfall hier, ein Unglück dort. Durch diese Dinge will Gott zu uns reden, Tag für Tag. Und wir sollten nicht schwerhörig sein; denn er möchte, dass wir vorbereitet sind, ihm zu begegnen, indem wir uns ihm zuwenden und unser Leben in seine Hand geben. Vielleicht hat er deshalb diesen Menschen aus Saas Grund damals die Idee gegeben, dieses Schild hinzustellen, damit wir heute noch einmal darauf hingewiesen würden.

Reich - und doch arm

Denn so spricht der HERR zum Haus Israel: Sucht mich und lebt! - Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick
und in viele unvernünftige und schädliche Begierden .

Amos 5,4 ;

Er hatte einen Münzfernsprecher in seinem Schloss aufstellen lassen, damit Gäste und Angestellte nicht auf seine Kosten telefonierten. Er ließ sich von Bekannten im Auto mitnehmen, um die Taxikosten zu sparen. Fenster und Türen seines Herrenhauses hat er mit Scherengittern versehen lassen. Er hasste die vielen Bettelbriefe, die täglich auf seinen Schreibtisch flatterten. Und er beneidete andere Menschen, die jünger und fröhlicher waren als er.
Das war Paul Getty, der damals reichste Mann der Welt. Unter dem Titel »Der einsame Milliardär« brachte das britische Fernsehen ein Porträt das amerikanischen Ölmagnaten, dessen Name von Finanzleuten der ganzen Welt mit Ehrfurcht genannt wurde. Getty verdiente durch seine hohen Beteiligungen an großen Erdölgesellschaften täglich eine Million Mark. Doch wie lebte dieser Mann? Was füllte sein Leben aus? Woran hatte er Freude? Man sah den einsamen alten Mann mit seinen abgerichteten Wachhunden durch die Parks, durch die riesigen Räume des Schlosses wandern. »Ich habe viel zu tun«, sagte er. An der Art, wie er sprach, an seinem fast unbeweglichen Gesicht, über das nur gelegentlich ein verzerrtes Lächeln huschte, an seinen kalten Augen konnte man es erraten: Für diesen Mann gab es immer nur Geschäft und Geld.
Fünf Mal war Paul Getty verheiratet. Seine Frauen verließen ihn. Für ihn stand das Geschäft immer an erster Stelle. Er besaß alles - und doch nichts. Lesen Sie bitte hierzu das Gleichnis von dem reichen Narren in Lukas 12.

Wie groß ist Gott!

Sucht den Herrn …, der das Siebengestirn und den Orion gemacht hat …
Amos 5,6.8

Im Buch Hiob, im 38. Kapitel, finden wir ein Gespräch zwischen Gott und Hiob. Der allmächtige Gott rief den kleinen Menschen Hiob auf, sich zu rechtfertigen. Hiob hatte Gott angegriffen und eine Rechtfertigung seiner Taten gefordert. Jetzt war er selbst an der Reihe. Er stand Auge in Auge mit dem lebendigen Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde. Gott stellte einige Fragen und forderte Hiob auf, sie zu beantworten. Hiob wusste nichts zu erwidern. So ist es eben, wenn wir unseren Schöpfer anklagen!
Gott redete mit Hiob unter anderem über die Sterne. Er erwähnte das Siebengestirn und den Orion. Schon zur Zeit Hiobs waren diese Sternbilder ein Begriff. Man kannte sie und rechnete mit ihnen.
Hunderte von Jahren später trat der Prophet Amos auf. Er redete zum Volk Israel. In seinem Buch finden wir die Worte, die oben auf der Seite zitiert werden: »Sucht den, der das Siebengestirn und den Orion gemacht hat.« Seine Botschaft war: »Beschäftigt euch nicht mit den selbst gemachten Götzen, sondern kehrt um zu dem wahren Gott! Er, der das Siebengestirn und den Orion gemacht hatte, ist noch immer derselbe!« Heute habe ich im Internet nach Bildern vom Siebengestirn und vom Orion gesucht. Es gibt mengenweise Websites mit Bildern und Erklärungen. Abends, wenn man draußen steht, kann man diese Sternbilder selbst sehen. Sie sind noch immer da. Schon Tausende von Jahren stehen sie am Himmel. Es hat sich nichts Bemerkbares geändert. Der Schöpfer hat sie dahin gestellt und sie sind da, sichtbar für Hiob, für Amos und für uns. Wenn wir uns den Nachthimmel anschauen, möchte Gott zu uns reden und uns auf seine Größe aufmerksam machen, damit auch wir IHN suchen!

Die Entscheidung zwischen gut und böse

Suchet das Gute und nicht das Böse, damit ihr lebt! Und der Herr, der Gott der Heerscharen,
wird so mit euch sein.

Amos 5,14

»Tolkien lesen heißt verreisen. Nichts wie raus hier.« Und »Dies hier ist Eins-A-Fluchthilfe für Erwachsene.« So war in der Zeitschrift STERN über den Fantasy-Roman »Der Herr der Ringe« von J.R.R. Tolkien zu lesen. Bringt das nicht den Wunsch vieler Zeitgenossen auf den Punkt? Warum tauchen wir so gern nach Mittelerde ab? Wir begegnen dort durchaus den Problemen unseres Lebens – aber in einer völlig anderen Gestalt: Wir erleben die Spannung zwischen Gut und Böse nicht am eigenen Leib. Und die Grenzen zwischen Schwarz und Weiß sind hier mehr als deutlich heraus gestellt. Allen Bewohnern von Mittelerde ist sehr bald anzusehen, auf welcher Seite sie stehen. – Nicht so in der Realität! Fällt es uns nicht häufig schwer, eine Unterscheidung zu treffen? Gut oder böse – auf welcher Seite stehe ich eigentlich selbst? In Tolkiens Fiktion wird uns diese Entscheidung abgenommen. Und es wird für uns darin sogar das Böse besiegt.
Die Helden des Ring-Epos zeichnen sich aus durch Treue, Ehrlichkeit und vor allem Opferbereitschaft. Der Hobbit Frodo lernt es, seinen eigenen Willen, sein eigenes Widerstreben, ja sich selbst zu besiegen. Und doch reicht im entscheidenden Moment seine Kraft nicht aus, um den Ring zu vernichten. In einem letzten erbitterten Kampf wird ihm der Ring, von dem er sich nicht trennen kann, entrissen, fällt ins Feuer und wird so endlich zerstört.
Die Todesmacht der Sünde konnte nur gebrochen werden durch einen wirklich Starken. Dies geschah durch Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha. Durch seinen Opfertod hat er alle befreit, die ihn als Retter annehmen und die Vergebung ihrer Sünden in Anspruch nehmen.

Wer weghört, ist der Dumme!

Höre das Wort des HERRN: Du sagst, du sollst nicht weissagen ...
Amos 7,16

»Aus den Augen, aus dem Sinn«, dachte vielleicht der judäische König Jojakim, als er eine schriftliche Gerichtsbotschaft des Propheten Jeremia, die dieser von Gott empfangen hatte, einfach verheizte. Weg damit, Asche redet nicht! Einer seiner Vorgänger, Joasch, galt als frommer Herrscher. Doch dann ließ er sich beschwatzen und verführen. Er verließ den Pfad der Tugend und verfiel dem Götzendienst. Als Gott ihm durch einen seiner Boten ins Gewissen redete, machte er kurzen Prozess und ließ den lästigen Gerichtsprediger steinigen. Mahner beseitigt, Gott die Tour vermasselt. Ja, wenn das so einfach wäre! Diese beiden Könige, die Gott den Mund verbieten wollten, hätten es billiger haben können, denn durch ihre frevelhafte Vermessenheit erhöhten sie ihr Strafmaß und handelten sich weiteres Ungemach ein.
Bis heute hat sich kaum etwas geändert. Immer noch werden Christen drangsaliert, eingesperrt, benachteiligt und getötet. Bibeln werden verboten, aus dem Verkehr gezogen und vernichtet. Solchen Regimen, Systemen und verblendeten Menschen ist offenbar nicht bewusst, dass sie sich dabei mit ihrem Schöpfer anlegen und todsicher den Kürzeren ziehen.
Und wie ist es bei uns? Eigentlich ist es einerlei, ob man ein Missionszelt anzündet oder höflich dankend ein Traktat ablehnt; ob man dem Pastor ans Schienbein tritt oder die »lieben Christen« belächelt - es bedeutet dasselbe. Was wäre aber, wenn Gott wirklich nicht mehr mit uns reden wollte? Wenn er stattdessen auf all das gebührend reagierte? Seien wir froh und dankbar, dass er sich nicht mundtot machen lässt, dass wir die Bibel, sein Wort, noch haben, das uns den Weg der Erlösung zeigt. Es wäre mehr als töricht, den zu überhören, der einmal das letzte Wort haben wird!

Wenn das Blatt sich wendet

Ich verwandle eure Feste in Trauer und alle eure Gesänge in Totenklage.
Amos 8,10

6. Juli 2005. London im Freudentaumel! Soeben wurde der Beschluss des Internationalen Olympischen Komitees bekannt gegeben: Die Stadt an der Themse wird Gastgeber der Olympischen Spiele 2012. Im vierten Wahlgang hat sich London gegen das favorisierte Paris durchgesetzt. Die aufgestaute Spannung entlädt sich in grenzenlosem Jubel. In den Straßen der britischen Hauptstadt liegen sich die Menschen in den Armen, schwenken Flaggen und lassen die Champagnerkorken knallen.
Doch nur einen Tag später wird Großbritannien aus allen Träumen nationaler Hochstimmung gerissen. Bombenanschläge muslimischer Selbstmord-Attentäter haben die Inselmetropole am Lebensnerv getroffen und in ein Chaos gestürzt. Den Briten bleibt der Jubelschrei buchstäblich im Halse stecken.
Wer kennt nicht solche jähen Stimmungswechsel? Gestern noch »himmelhoch jauchzend« - heute »zu Tode betrübt«. Morgens top und high - abends down und ein Häuflein Elend. Auch Christen erleben solche Wechselbäder; aber sie sind keinen Schicksalslaunen ausgeliefert. In notvollen Lebensumständen wissen sie, dass sich Psalm 30,12 schließlich erfüllen wird: »Meine Wehklage hast du mir in Reigen verwandelt, mein Sacktuch hast du gelöst und mit Freude mich umgürtet.«
Umgekehrt gilt für jeden, der sein Glück im Leben auf dieser Erde, losgelöst von Gott, zu finden hofft, unser Tagesvers. Das bedeutet in letzter Konsequenz einen jammervollen, unumkehrbaren, ewigen Zustand! Um uns davor zu bewahren, benutzt Gott oft die Wechselfälle des Lebens - und manchmal auch eine kalte Dusche. Wohl dem, der am Ende mit Jesaja 38,17 sagen kann: »Zum Heil wurde mir bitteres Leid.«

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. Juni 2010 um 19:04 Uhr
 

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