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Es gibt gute Gründe die dafür sprechen, warum wir dem Fasten in unserem Leben mehr Aufmerksamkeit schenken sollen
Es ist mir am Aschermittwoch wieder einmal aufgefallen, dass auch die Werbeleute einiges vom Fasten halten. In einer Tageszeitung gab es gleich zwei Werbungen dafür. Die erste war eine Fotomontage mit einem alten, asketisch aussehenden Mann - es war Mahatma Gandhi - und einem neuen Automodell darunter. Gandhi benutzte seine Gefängnisaufenthalte zu Fastenaktionen, um gegen die britische Verfassungspolitik zu protestieren. Das musste den Leuten aus der Werbebranche bekannt gewesen sein, als sie für ein sparsames Auto den Spruch wählten: "Er brauchte nur wenig und war dennoch stark - ein schönes Vorbild". Gemeint waren natürlich die neuen, äußerst sparsamen Verbrauchswerte: 81 kW/110 PS und nur 5.0 l. auf 100 km. Die zweite Werbung fürs Fasten gab es einige Seiten weiter. Eine überdimensionale Überschrift stich ins Auge: „Schlemm dich schlank. Jetzt oder nie! Eine neue Fastenkur, bei der Sie normal weiter essen können und trotzdem schlank werden!“. Fasten - das ist ein altes Wort, mit einer langen, aus dem religiösen Bereich stammender Tradition und dennoch ein modernes Thema. Im Zeitalter von Fitness, Schlankheit und allgemeiner Sparsamkeit, hat es Konjunktur.
Heilmittel für Leib und Geist Eine der wichtigsten Erwartungen, die man an das Fasten immer wieder stellte, war die heilende Wirkung für Leib und Seele. Die griechischen Philosophen erwarteten vom Fasten eine Reinigung des Geistes, innere Zufriedenheit und Glück.
Ich habe lange Zeit meines Lebens das Fasten als unzeitgemäß, überholt und unnötig eingestuft. Als ich mich durch den Einfluss eines Freundes zum ersten Mal zum Fasten durchdrungen habe, machte ich tatsächlich diese Erfahrung: es übt eine wohltuende Wirkung auf das körperliche Befinden eines Menschen aus und ist ein unerwartetes Geschenk für den geistlichen Bereich. Fasten stellt nicht nur unsere Waage zufrieden, sondern es reinigt vor allem den Körper von den Giften, die sich über Jahre hinweg durch schlechte Essgewohnheiten aufgestaut haben. Fasten stärkt unseren Willen - ich kann mich überwinden und bleibe fest bei meinem Entschluss; es hilft, Verzicht zu üben - ich kann auf vieles verzichten und brauche es gar nicht zum Leben; es vermittelt das Gefühl von Freiheit: ich kann meine Lebensenergie für andere Dinge verwenden, ja werde für diese buchstäblich befreit.
Fasten bringt uns Gott näher Ich möchte diese Überschrift ein wenig präzisieren: gibt es gute Gründe für das Fasten der Christen? Wie wird das Fasten in der Bibel bewertet? Ist Fasten ein Gebot? Ich machte beim Fasten diese neue und mir bislang unbekannte Erfahrung: Fasten ist eine Zeit der intensiven Begegnung mit Gott. Das Neue Testament macht deutlich, dass Fasten als Hilfe für unser Gebet gedacht ist. Daher werden Beten und Fasten dort in einem Atemzug genannt. Ziel des Fastens ist, unsere Hörfähigkeit gegenüber Gottes Stimme zu sensibilisieren, - um seinen Willen klarer zu erkennen, sein Wort besser zu verstehen, seine Nähe intensiver als sonst zu erfahren.
Welches Fasten gefällt Gott? Es ist interessant, dass sich bereits die erste Aussage Jesu über das Fasten mit der Frage nach dem Motiv beschäftigt. Beim Fasten muss immer Gott im Mittelpunkt stehen. Keiner braucht wissen, dass jemand fastest, damit die Leute nicht beeindruckt werden. Fasten gilt nicht als ein Mittel um etwas von Gott zu bekommen; Für Menschen, die sich nach einer engen Verbindung zu Gott sehnen, ist Fasten kein Gebot, keine Verpflichtung, sondern eine gute Möglichkeit, der Nachfolge eine neue Tiefe zu verleihen.
Einige Tipps für das Fasten Der erste Schritt in Richtung Fasten besteht darin, dass man sich der Notwendigkeit, es zu tun, bewusst wird. Je mehr wir über das Fasten und seinen besonderen geistlichen, körperlichen und religiösen Nutzen erfahren, desto leichter wird es, das Fasten zu praktizieren.
Einige praktische Fastentipps:
- bereiten Sie sich geistlich vor (Warum will ich fasten?)
- bereiten Sie sich körperlich vor (Mahlzeiten vorher reduzieren)
- klären Sie die Art des Fastens (eine Mahlzeit pro Tag, ein Tag oder mehrere)
- holen Sie sich einen Rat beim Arzt, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen.
- beachten Sie während des Fastens, dass Sie genug trinken .
Fasten kann körperliche Vorteile aber vor allem geistige Durchbrüche mit sich bringen, die auf andere Weise nicht erreicht werden können. Ich meine es ehrlich, wenn ich sage, dass wir das Fasten nötig haben.
Autor: Tadeusz Prokop
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